Ernährung

Dass jeder Mensch einen einzigartigen Fingerabdruck hat, ist bereits weitläufig bekannt. Dass wir uns aber ebenso deutlich voneinander unterscheiden, was den Stoffwechsel und Nährstoffbedarf anbelangt, wissen nur die wenigsten. Haben Sie sich nicht schon einmal gefragt, warum eine Freundin mit Hilfe einer bestimmten Diät wunderbar abnimmt, sich bei gleichem Speiseplan hingegen der Zeiger Ihrer Waage kaum von der Stelle bewegt? Oder haben Sie schon einmal beobachtet, dass Sie sich nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel besonders müde und schlapp fühlen, während andere nach der gleichen Mahlzeit fit und energiegeladen wirken? Das Geheimnis dahinter ist so alt wie die Menschheit selbst: Jeder Körper braucht zwar Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, Eiweiss, Fett und Kohlenhydrate, doch die erforderlichen Mengen und deren richtige Zusammensetzung sind von Mensch zu Mensch verschieden. Dieser genetisch festgelegte individuelle Bedarf an einzelnen Nährstoffen ist die Ursache dafür, dass bestimmte Nahrungsmittel für den einen sehr nützlich sind, beim anderen nichts verändern und dem dritten gar schaden können.
Wenn der Körper nicht bekommt, was er eigentlich braucht, kann er sich nicht gut gegen Belastungen wehren und wird im Laufe der Zeit leichter krank. Andererseits biete eine Ernährung, die den Körper mit den individuell richtigen Nährstoffen versorgt, geradezu optimale Voraussetzungen für volle Leistungsfähigkeit, persönliches Wohlbefinden und eine gute, stabile Gesundheit. Deshalb sollte jeder, der sich optimal ernähren will, seinen Stoffwechseltyp genau kennen.

Stoffwechseltypen - eine moderne Wissenschaft

Mit Hilfe von „Metabolic Typing“, einem speziellen, in Amerika vom US-Ernährungsspezialist William L. Wolcott entwickelten Verfahren, kann der Stoff­wechselt­yp jedes Menschen und somit auch seine optimale Ernährung ermittelt werden. Das Konzept der Stoffwechseltypen, ist ein neues System, das aus verschiedenen Bausteinen früherer Forschungen zu einem neuen und homogenen Ganzen zusammen­gefügt wurde. Es ist das Ergebnis eines über 10-jährigen Prozesses aus Synthese und Verdichtung, eine Mischung aus intensiver Forschung, praktischer Anwendung und Beobachtung.
Die neue Sichtweise von „Metabolic Typing“ ermöglicht die Einordnung aller in der Ver­gangenheit unabhängig voneinander gemachten Entdeckungen aus dem Bereich der Ernährungslehre. Sie vermittelt eine neue Perspektive, aus der das riesige Mosaik der wissen­schaftlichen Forschung darauf untersucht werden kann, wie die individuellen Bausteinchen zusam­men­passen. Jeder einzelne Forscher hielt ein Steinchen eines Mosaiks in der Hand. Jeder konnte durch die Anwendung seines Konzepts einen gewissen Erfolg für sich verbuchen. Seine Theorien stimmen genau, aber leider nur für einige Menschen und nur manchmal. Es gab immer wieder eine Gruppe, bei der eine bestimmte Theorie versagt. „Metabolic Typing“ zeigt deutlich, dass jeder Forscher auf seine Art recht hatte, aber nur, wenn sein Beitrag als Teil eines grösseren Ganzen gesehen wird.
Wir gehen davon aus, dass der Körper aus vielen Ebenen aufgebaut ist, von der jede ihre eigenen "Regeln" in Bezug auf die Nährstoffe hat. Das Bindeglied, das all diese unterschiedlichen Ebenen und unterschiedlichen Theorien zusammenhält, ist die Energie. Ob wir vom Einfluss des Autonomen Systems sprechen, vom Einfluss des Verbrennungssystems oder der Wirkung der Drüsen, wir sprechen immer von der Schaffung, Erhaltung und Kontrolle der Energie und davon, wie die individuelle Ernährung darauf Einfluss nimmt.

Der wissenschaftliche Beweis

Nachdem „Metabolic Typing“ über 25 Jahre lang erfolgreich eingesetzt worden war, wurde 1998 ein Bluttest entwickelt, mit dem sich jetzt klar und eindeutig nachweisen lässt, dass die Theorie von „Metabolic Typing“ richtig ist. Mit diesem Test lässt sich zweifelsfrei belegen, dass die verschiedenen Ernährungstypen wirklich unterschiedlich auf Nährstoffe reagieren. Er kann auch eingesetzt werden, um die Verbesserung der Stoffwechsellage und parallel dazu die Verbesserung der Gesundheit an objektiven Messwerten zu verfolgen. Weiter kann er dazu verwendet werden, den Stoffwechseltyp zu bestimmen.

Die entscheidenden Systeme im Körper

„Metabolic Typing“ beruht vor allem auf der Analyse der Beziehungen der drei wichtigsten Systeme im Körper, die für die Schaffung, Erhaltung und Kontrolle unserer Lebensenergie zuständig sind. Für die Bestimmung des individuellen Ernährungstyps werden daher vorwiegend folgende Funktionsbereiche herangezogen:

  • Das autonome Nervensystem kontrolliert die unwillkürlichen Vorgänge im Körper wie z.B. die Verdauung, die Ausscheidung, den Herzschlag oder die Immunaktivität. In diesem System kann es zu Ungleichgewichten in der Steuerung durch den Sympathikus bzw. Parasympathikus kommen. Dies sind die beiden Gegenspieler, die für die Regulation fast aller unbewusst ablaufenden Vorgänge im Körper zuständig sind.

Sind Sie ein „Sympathikustyp“, so haben Sie eher ein schwaches Verdauungssystem, Ihre Energie geht verstärkt in Muskeln oder Gehirn. Sie verfügen über ein klares Denkvermögen, schnelle Reflexe und gute körperliche Koordination. Ein Sympathikustyp ist meistens spontan, furchtlos und ständig aktiv, hat aber geringe Energiereserven.
Der „Parasympathikustyp“ hingegen ist eher vorsichtig und furchtsam, geht Probleme langsam und überlegt an. Er verfügt über gutes Durchhaltevermögen, kann bei körperlicher Aktivität Fett und Eiweiss schnell in Energie umwandeln. Morgens wird er nur langsam wach und braucht ein ordentliches Frühstück, um in Gang zu kommen.

  • Das Verbrennungssystem steuert die Geschwindigkeit der Umwandlung von Nährstoffen zu Energie in den Zellen. Die Verbrennung der Nahrungsmittel funktioniert dabei für die Kohlenhydrate anders als für Fette und Eiweiss. Im Idealfall greifen die beiden Zyklen ineinander. Es wird daher zwischen den so genannten „Schnellverbrennern“ und „Langsamverbrennern“ unterschieden.

Der „Schnellverbrenner“ ist besonders talentiert, was seine Fähigkeit zur Energiegewinnung aus der Nahrung anbelangt. Einen beträchtlichen Teil schöpft er aus der Glykose, da er imstande ist, Kohlenhydrate recht schnell zu verbrennen. Dennoch sollte auch der Schnellverbrenner reichlich Eiweiss und Fett und nicht allzu viele Kohlenhydrate zu sich nehmen.
Der „Langsamverbrenner“ dagegen tut sich mit den Kohlenhydraten recht schwer. Wesentlich besser funktionieren bei ihm der Eiweiss- und der Fettstoffwechsel. Während er Eiweiss hervorragend umwandelt, ist bei zu viel Fett und Kalzium eher Vorsicht geboten. Diese können seinen Stoffwechsel noch mehr verlangsamen, deshalb sind für ihn auch Milchprodukte nicht gut geeignet.

  • Das Drüsensystem wirkt sich durch die Absonderung von Hormonen, die verschiedene Aktivitäten im Körper steuern, auf den Stoffwechsel aus. Insgesamt gibt es drei bzw. vier Drüsentypen: „Schilddrüsentyp“, „Hypophysentyp“, „Nebennierentyp“ und „Eierstocktyp“ (natürlich nur bei Frauen). Die Bestimmung des Drüsentyps kann vor allem erklären, warum jemand bestimmte Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel hat, warum jemand zunimmt – und wieso immer nur in bestimmten Körperbereichen – und wie man/frau am besten abnimmt.

 

  • Die individuelle Blutgruppe kann sich ebenfalls auf den Stoffwechsel auswirken. Manche Nahrungsmittel enthalten bestimmte chemische Verbindungen, die so genannten Lektine, die bei der Verdauung ins Blut gelangen und mit den Rezeptoren der roten Blutkörperchen reagieren. Die Art und Intensität der Reaktion, die mitunter zu einer schlechten Nährstoffaufnahme oder gar zu gröberen Verdauungsproblemen führen kann, hängt von der jeweiligen Blutgruppe ab – 0, A, B oder AB. Es gibt daher bestimmte Nahrungsmittel, die gemieden werden sollten, weil sie zur Blutgruppe „nicht passen“.

So wird der Stoffwechseltyp ermittelt

Wer wissen will, wie das für ihn richtige „Brennstoffgemisch“ aussieht, kann sich hier seinen Stoffwechseltyp bestimmen lassen. Dies geschieht mittels eines mehrere Seiten langen Fragebogens, der Auskunft über die Körperstruktur, Lebensgewohnheiten, Krankheiten oder etwa die Blutgruppe verlangt. Möglichst vollständig ausgefüllt, wird dieser dann ausgewertet, kommentiert und mit zahlreichen Tipps versehen.